Die Politik des Bunds der Vertriebenen (BdV)
8 Jun 2010, 16:00 bis 18:00
Geowiese (Zelt), Becherweg 21, Mainz
Vortrag und Diskussion
Von Erich Später:
Im Jahr 2008 beschloss der deutsche Bundestag unter maßgeblicher Beteiligung des „ Bundes der Vertriebenen“ die Einrichtung einer Dauerausstellung in der besonders an „ das Leid der deutschen Vertriebenen“ erinnert werden soll. Dabei ist zu befürchten, dass der BDV und seine publizistischen und politischen Hilfstruppen die Konzeption der Ausstellung bestimmen werden. Seit der Gründung der Bundesrepublik waren der BDV und seine Vorläuferorganisationen mit die wichtigsten Förderer der Reintegration der NS- Eliten auf allen Ebenen der Bundesrepublikanischen Gesellschaft. Über Jahrzehnte verfügten ehemalige NS_ Aktivisten_innen über großen Einfluss im BDV und seinen angegliederten Landsmannschaften. Sie bestimmten die bundesrepublikanische Erinnerungspolitik in deren Zentrum vielfältige Formen des Gedenkens an die deutschen „Opfer“ der Alliierten zelebriert wurden. Außenpolitisch weigerte man sich, die Ergebnisse des 2. Weltkrieges zu akzeptieren und forderte die Revision der europäischen Nachkriegsordnung. In seinem Vortrag wird Erich Später auf zentrale Aspekte dieser Geschichte eingehen und auch über die geplante Ausstellung in Berlin sprechen.
Erich Später arbeitet bei der Heinrich Böll Stiftung und schreibt für die Hamburger Zeitschrift Konkret. Letzte Veröffentlichung „ Villa Waigner“ Hanns Martin Schleyer und die deutsche Vernichtungselite in Prag“ Hamburg 2009.